Porzellan aus unserer Region - Sonderausstellung im Stadtmuseum "Alte Suptur" in Stadtroda 2026
Die vier bekanntesten Eisenberger Porzellanfabriken
Reinecke
- 1796 von Mühlberg gegründet, seit 1865 Firmierung unter Reinecke.
- 1913 auf dem Höhepunkt ihrer Tätigkeit 155 Beschäftigte, u.a. Gebrauchsporzellan mit blauem Strohblumenmuster.
- Ab 1959 halbstaatliche Kommanditgesellschaft, 1960 zwangsweise vereinigt mit Jäger Eisenberg zum
Vereinigte Porzellanwerke Fortuna Eisenberg, ab 1973 nur noch Betriebsteil der Porzellanfabrik Kahla. - 1975 Stilllegung


Mehlhorn-Mühlenfeld-Jäger
- 1870 von Mehlhorn gegründet zwischenzeitlich im Besitz von Mühlenfeld firmierte die Fabrik ab 1911 als Jäger Eisenberg mit bis zu 220 Mitarbeitern (1920). „Spezialität: Gebrauchsgeschirre aller Art, Zwiebel- u. Strohblumenmuster indisch blau“ ab 1939 Lieferungen an Marine, Wehrmacht und SS.
- 1945 Neustart mit Export in die UdSSR als Teil deutscher Reparationsleistungen.
- Ab 1956 Kommanditgesellschaft mit staatlicher Beteiligung.
- 1960 Zwangsvereinigung mit Reinecke-Fortuna Eisenberg. Die Marke Jäger bleibt vor allem für den Export nach Niederlande erhalten.
- Ab 1979 nur noch Betriebsteil von Kahla Fortsetzung von Produktion und Export mit unverändertem Design und Jäger-Bodenmarke in Kahla


Kalk (Geyer und Körbitz)
- Ab 1882 mehrere Unternehmensvorläufer.
- 1900 zwei Unternehmer aus Köln-Kalk gründen Porzellanfabrik Kalk.
- 1910 nach schrittweiser Expansion über 300 Beschäftigte.
- 1920er Jahre mit ca. 350 Mitarbeitern hohes Qualitätsniveau, innovative Formen und Dekore (Art Deco).
- In der 40er Jahren Niedergang Abzug von Mitarbeitern in kriegswichtige Industrie.
- Juni 1945 Neustart, zum 50. Jubiläum wieder 150 Mitarbeiter.
- 1954 Kommanditgesellschaft.
- Ab 1964 Porzellanwerk Triptis Gesellschafter, später Kahla.
- 1968 endgültige Enteignung beim Stand von 180 Mitarbeitern.
- 1976 Stilllegung


Bremer und Schmidt
- 1896 Bremer und Schmidt übernehmen Konkursmasse einer kleinen Porzellanfabrik und machen daraus innerhalb weniger Jahre ein leistungsfähiges Unternehmen. Produktion von Geschirr in modischem Blau-weiss, zeitweise auch Elektroporzellan (Schalter und Fassungen), aber auch Figuren, Nippes und Ascher.
- In den 30er Jahren viele technische Modernisierungen.
- Mai 1945 Neustart der Produktion.
- 1949 etwa 125 Mitarbeiter, vor allem Export nach UdSSR, Holland u. Dänemark, bemerkenswerte neue Kreationen wie die Form 1000 mit „schrägen“ Tassen.
- Ab 1952 Kommanditgesellschaft mit staatlicher Beteiligung.
- Ab 1960 Porzellanwerk Kahla als Teilhaber.
- 1972 als VEB Spezialporzellan Eisenberg (SPE) zwangsvereinigt mit Porzellanfabrik Kalk.
- Seit 1974 Betrieb im VEB Porzellankombinat Kahla.
- Produktion bis 1991, Abriss 1992.



Quellen:
[1] Jörg Petermann, Roland Pöpel, Geschichte des Eisenberger Porzellans, Eisenberg 1999
[2] Günter Schleu: www.porzellanfieber.de (Webseite seit 2021)
Zusammengestellt von Dr. Dieter Grützmann.
Bearbeitet 03/2026 von Peter Sperrhake.