Porzellan aus unserer Region - Sonderausstellung im Stadtmuseum "Alte Suptur" in Stadtroda 2026
Porzellanmanufaktur Reichenbach
- 1830: Handel mit Porzellan und Töpferwaren (u.a. Pfeifenköpfe) aus dem Thüringer Wald, Sachsen und Böhmen.
- 1873 Fertigung handgemalter Aufglasurdekore, bald gibt es 16 Porzellanmalereien; 1900 Gründung der Porzellanfabrik Reichenbach, Produktion mit großen Schwierigkeiten.
- 1903: übernimmt Gustav Schwabe, vormals Teilhaber der Porzellanfabrik Kalk in Eisenberg. 1910 arbeiten etwa 100 Leute in der Fabrik.
- 1918: Verkauf an Anna Carstens, Ehefrau von Carl Carstens (Elmshorn); zur Firmengruppe gehören auch Porzellanwerke in Blankenhain und Sorau (Schlesien).
- Fertigung von Blau-Weiss-Zwiebelmuster, vor allem Export, ab 1926 das typische und vielfach variierte blau-weiß-goldene Barockgeschirr.
- 1930er: Sortimentserweiterung, neu: moderne sachliche Formen nach Prof. Arthur Hennig (Bunzlau).
- 1945 Zwangsumsiedler aus dem Werk in Sorau (Schlesien) verstärken Belegschaft. Der Firmenchef kehrt der „Sowjetzone“ den Rücken zu.
- Ab 1948 Produktion von Geschirr für Reparationslieferungen in die UdSSR.
- 1953 bis 1977 stabile Entwicklung unter Betriebsdirektor Rudolf Zimmermann mit Obermaler Fritz Pollack als Chefgestalter. Typische Produkte: harmonische Formen mit Pastellfarben und Goldrand, später erfolgreiche Service wie Olympia, Fatima und Festa.
- Bis Mai 1989 Porzellankombinat Kahla angegliedert; Reichenbacher Markenporzellan wichtig für Export.
- Ab 1990 wechselvolle Phasen der Neuorientierung, 2002 übernimmt Prof. Wolfram Scharff aus Insolvenz. Firmenleitung orientiert auf qualitätsbewußten Käuferkreis, Zusammenarbeit mit namhaften Designern.
- Ab 2007 wird der Betrieb durch Rigo und Anett Geithe geführt. Geschirrserien wie „Taste“ der italienischen Designerin Paola Navone für anspruchsvolles Publikum; traditionelle Formen wie Barock mit neuen extravaganten Dekoren; Gerd Sommerlade zeichnet für aktuelles Figurenporzellan sowie Vasen und Geschirr in frischen Farben verantwortlich.



[1] Neuer Glanz in alten Formen – Zur Geschichte und Gegenwart der Porzellanmanufaktur Reichenbach, Andrea Steiner-Sohn (Herausgeber), Museum für Thüringer Volkskunde, Erfurt 2010
Zusammengestellt von Dr. Dieter Grützmann.
Bearbeitet 03/2026 von Peter Sperrhake.