Porzellan aus unserer Region - Sonderausstellung im Stadtmuseum "Alte Suptur" in Stadtroda 2026
C.A.Lehmann & Sohn Porzellanfabrik - Kahla
- Ursprünglich betrieb Carl August Lehmann I in Kahla eine Papiermühle (Linzmühle) und später auch eine Massemühle für Porzellanrohmasse (Saalmühle).
- Im Jahr 1868 gründeten Röschlau, Müller und Büchel, drei Meister aus der Koch’schen Porzellanfabrik, in der Stadt eine zweite Porzellanfabrik mit einem Rundofen; Lehmann lieferte die Rohmasse. Der neuen Fabrik fehlte von Beginn Kapital. Als der Betrieb im Jahr 1880 zahlungsunfähig wurde, übernahm Carl August Lehmann II als Gläubiger die Fabrik und führte sie unter seinem Namen fort.
- Im Jahr 1890 verkauften die Brüder Theodor und Carl August Lehmann III ihre Fabrik an die Porzellanfabrik Kahla AG. Grund dafür: die Mechanisierung der veralteten Fabrik hätte hohe Kosten verursacht; Kapital, das wegen der Auszahlung von Erbgeldern (Carl August Lehmann II war 1888 gestorben) nicht zur Verfügung stand. Eine Bedingung: Ein fünfjähriges Wettbewerbsverbot für die Familie.
- Nach dem Ablauf der Frist nahm Carl August Lehmann III im Jahr 1895 nördlich des Bahnhofs seine neue moderne Porzellanfabrik in Betrieb (Ansicht Briefkopf). In fünf Rundöfen und zwei Muffeln entstand Gebrauchsgeschirr insbesondere für den amerikanischen Markt. Bekannt war die sogenannte „Neue Lehmann’sche“ für farbenfrohe Spritzdekore; die Kakaokanne „Miranda“ gilt bis heute als Stilikone.
- Die bekannte Leuchtenburg wurde ab etwa 1910 das Markenzeichen der Fabrik. Sogar in der Fabrikansicht auf dem Briefkopf tauchte die Burg plötzlich auf – und war aus dieser Perspektive heraus in Wahrheit nie zu sehen.
- 1932 zwang die Weltwirtschaftskrise Carl August Lehmann IV zur Betriebsaufgabe.
- Beschäftigte: 1883: 60 ⟹ 1890: 120 ⟹ 1896: 150 ⟹ 1910: 200

[1] Bericht zur Geschichte der Fabrik von Carl August Lehmann IV vom 16. März 1938 (siehe: Manuskript „Die Geschichte der Thüringer Porzellan-Industrie; Dr. ing. Edmund Tröster)
[2] Adressbücher der keramischen Industrie 1883 – 1932.
Zusammengestellt von Dr. Dieter Grützmann.
Bearbeitet 03/2026 von Peter Sperrhake.